Samstag, 26. März 2011

Neuseeland

Nach mehr als drei Monaten Südamerika war dieses Thema vorübergehend abgeschlossen. Vorübergehend, weil ich Ende April meinen Sprachaufenthalt in Buenos Aires antreten werde und somit nochmals nach Argentinien zurückkehren werde. Aber vorerst standen noch die Stationen Neuseeland und Australien auf dem Programm. Mit der LAN flog ich über Santiago de Chile nach Auckland. Es war mir vorher kaum bewusst, aber mehrere Stunden  nach den Ankunft erlitt ich einen riesen Kulturschock. Obwohl in Neuseeland alles sehr sauber und gut organisiert ist, fühlte ich mich anfänglichst nicht wohl. Im Hostel mit über 600 (!) Schlafplätzen angekommen, vermisste ich die Warmherzigkeit Südamerikas. Man wurde nicht herzlich empfangen, auf dem Gang grüsst man sich nicht mehr unter den Backpackern und sowieso lacht einem niemand mehr ins Gesicht. Naja, so flüchtete ich schnell von diesem Hostel und machte mich auf Erkundungstour in Auckland, eine hübsche Stadt mit wenig Charm. Irgendwie kam man sich in dieser Stadt so vor, als wäre man irgendwo in Asien, den ein Drittel der Einwohner waren Leute mit indischen Wurzeln, ein drittel mit asiatischen, und ein drittel mit europäischen. Zudem gab es auch kaum eine Durchmischung dieser ethnischen Gruppen, so dass alle unter ihresgleichen verkehrten.

Sandra war schon ein Monat vor mir nach Neuseeland gereist und buchte mit der "Kiwi-Experience" eine Tour auf der Nord- und Südinsel. Die Tour ist organisiert und man kann bequem von Ort zu Ort reisen, aussteigen und ein paar Tage dort verweilen. Sandra war schon mit dieser Organisation unterwegs und ich sollte in den nächsten Tagen unterwegs zu ihr stossen. Also machte ich mich mit dieser Agency auf die Reise und dann traf mich der zweite Kulturschock. Fünfzig Jugendliche im Alter zwischen 18 und 25ig reisten in einem Bus. Während man in Südamerika sich auf abenteuerliche Weise durchkämpft, fühlte man sich in Neuseeland irgendwie wie in einem grossen Vergnügungspark, wo neben Essen, Unterkunft und Activities alles organisiert war. Der Bus machte irgendwo einen Stopp, alle rannten aus dem Bus, machten Fotos und weiter ging die Reise. Ich benötigte meine Zeit, um mich an Mickey Maus und Co zu gewöhnen. Im Nachhinein muss ich zugeben, dass es auch seine Vorteile hat, so zu reisen, denn man lernte schnell viele neue Leute kennen, welche man später immer wieder antraf. Mit Kiwi zu reisen war definitiv nicht unser Favorit, doch durch ein super Angebot war die Reise 60% günstiger als sonst. Zudem hatten wir in Neuseeland nur drei Wochen Zeit, somit war es die einfachste Möglichkeit beide Inseln zu erkunden. Auch machte man teils in sehr kleinen Dörfer einen Stopp, wo ausser dem Hostel nichts war. Dank dem, dass wir in einer grossen Gruppe reisten, wurde einem am Abend nie langweilig. So wurde teils auch von Kiwi immer wieder BBQ und Parties veranstaltet. Eines der Highlights da, war sicher die Kostümparty, wo jeder mit wenigen Mitteln sich etwas zusammen basteln musste.



Die Nordinsel erinnerte mich vielmals an die Gegend rund um Schaffhausen. Viel Grün, hügelig und auf den Wiesen weideten die Kühe. Nur das es halt noch Traumstrände gab. Endlich traf ich dann wieder Sandra, mit welcher ich den ersten Adventure Trip machte: Blackriver Rafting. Bei 11 Grad kaltem Wasser und mit einen Pneu ausgerüstet schlängelten wir einem unterirdischem Fluss entlang. Dies war definitiv nichts für Leute mit Platzangst. Teils Abschnitte der Decke wurden von "Glühwürmchen" beleuchtet, was irgendwie sureal wirkte, aber wunderschön war. Neuseeland ist vorallem für die schöne Natur bekannt und die vielen Aktivitäten (Bungy, Skydive, Walks uvm.). Auch wenn dies alles nicht günstig war, lohnte es sich auf alle Fälle, an denen teilzunehmen und es machte die ganze Reise zu einem unvergesslichen Abenteuer.





Ein paar Tage später packten wir den Tangaroa Walk an, einer der zehn schönsten Walks der Welt, welcher ca. 8 Stunden dauerte. Morgens um 5.00 Uhr aufgestanden um den Sonnenaufgang zu sehen, traf man leider noch auf viele Nacktwanderer. Der Walk führte an einem Vulkan vorbei, welche die Herr der Ringe Fans als Mordor kennen. Die Landschaft veränderte sich zig mal und immer wieder waren wir von dieser Natur überwältigt.






Als wäre dieser Marsch an einem Tag nicht schon genug gewesen, stürzten wir uns wortwörtlich ins nächste Vergnügen. Beim Skydive in Taopo sprangen wir von 15000 feets (4700 Meter?) aus einem Flugzeug und genossen den freien Fall, welcher über eine Minute dauerte. Es ging uns wie allen, die dies erlebt haben. Wir wären am liebsten grad zweimal gesprungen.






Die Tage darauf wurden leider vom schweren Erdbeben in Christchurch überschattet. Auch wenn wir vom Beben nicht viel mitbekamen, sank die Stimmung bei uns und im ganzen Land. Zum Glück waren wir zu diesem Zeitpunkt auf der Nordinsel und das Beben fand auf der Südinsel statt.
Von der wunderschönen Hauptstadt Wellington ging die Reise mit der Fähre zur Südinsel weiter. Je südlicher wir kamen, desto kälter wurde es und nachts konnte es sogar die 0 Grad Grenze erreichen. Tags durch war das Klima aber sonst sehr angenehm, teils wie an einem warmen Frühlingstag in der Schweiz. Als wir den Gletscher von Franz Josef erklummen, mussten sogar die Handschuhe und Mützen montiert werden. Mit Spezialschuhen (spikes) durchwanderten wir einen Tag lang das Eis, welches je nach Dicke die Farben wechselte, von Weiss über Blau, bis zu Violett. Obwol wir auch in der Schweiz Gletscher haben, war es für uns das erste Mal, dass wir so nahe zu einem hinkamen.








Da in Christchurch immernoch Häuser am einstürzen waren, mussten wir diese Station auslassen und so fuhren wir direkt nach Queenstown, eine Stadt, die bei den Backpackern vorallem wegen dem grössten Bungy-Jump und dem Nachtleben bekannt ist. So kamen auch wir nicht drumherum, an dieser Aktivitäten teilzunehmen. Im Gegensatz zu Sanda hat meine Wenigkeit beim Bungy gekniffen, dafür den Navis-Arch bewältigt. Im Gegensatz zum Bungy hängt man beim Arch schon Kopfüber und kann den Absprung nicht selber beeinflussen. So hängt man also auf dem Kopf in 150m in der Luft und wartet bis man endlich von den "Qualen befreit" wird, während die Mitarbeiter einem erklären, dass sie zur Zeit technische Probleme haben und darum man noch ein bisschen länger hängen muss. Alles wurde natürlich inszeniert, um das Adrinalin auf die Spitze zu treiben. Im Gegensatz zum Bungy wird die Flugkraft nicht durch ein Seil gebremst, was eine länger Flugzeit zur Folge hat. Aber trotzdem ging alles viel zu schnell und so war es für mich furchteinflössender, als sie uns wieder die 150m langsam hinaufzogen.






Da Christchurch gepsperrt war, befanden sich überdurchschnittlich viele Leute in Queenstown, was dazu führte, dass wir fast nicht mehr von dort wegkamen und beinahme den Flug verpasst hätten. Diesmal hatten wir Glück gehabt und so konnten wir ohne Zwischenfälle nach Sydney fliegen, wo uns das heisse Klima empfing.

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