Sonntag, 16. Januar 2011

Peru - Bolivien


Zuerst mal muss ich mich wohl fuer die vielen Schreibfehler in diesem Bericht entschuldigen. Aber leider habe ich mit schlechten Internetverbindungen, der Tastatur uvm zu kaempfen. Tut mir leid, die vielen ae, ue, oe benutzen zu muessen.

Die peruanische Kolonialstadt Arequipa lag nach der Wueste als naechstes auf dem Programm. Die Stadt ist fuer das angenehme Klima, gutes Essen und spannende Umgebung bekannt. Vor dort machten wir eine Rafting Tour am wilden Fluss und genossen die Tage, bevor wir in die Berge nach Cusco in Richtung Machu Piccu gingen. Cusco ist eine wunderschoene Stadt, welche wegen der Machu Piccu Geschichte extrem Touristisch ist. Dort angekommen mussten wir uns zuerst mal neu Einkleiden. Muetzen, Handschuhe und Pulover wurden gekauft, natuerlich alles aus reinster Lama oder Alpacca Wolle. In Cusco ist die Regenzeit eingetroffen und vor allem Nachts war es sehr kalt. So was wie eine Heizung kannten sie nicht und so frohren wir trotz vier Wolldecken.

Es gab verschiedene Moeglichkeiten, den Machu Piccu zu besteigen, aber alle waren relativ teuer. Wir entschieden uns, den Inca Jungle Trek zu buchen, eine guenstige und abenteuerliche Variante. Am ersten Tag erkomm man einen Berg mit ueber 4000m. Rechts und links erstreckten sich noch hoehere schneebekten Berge. An der spitze angekommen stieg jeder auf sein Fahrrad und raste den Berg hinunter. Am Anfang war es unertraeglich Kalt. Umso weiter wir nach unten kamen, desto tropischer wurde das Klima, aber auch immer regnerischer. Es dauerte nicht lange und wir waren bis zur Unterwaesche nass, trotzt Poncho und Regenjacke. Zudem machten sich die einheimischen Kinder sich einen Spass daraus, die vorbeiflitzenden Fahrradfahrer mit Fussbaellen zu bombardieren. In diesem Moment fragte ich mich, ob ich das wirklich freiwillig mache!?  Am Abend uebernachteten wir in einem tropischen 200 Seelendorf. Nach einem Spaziergang konnte ich es nicht lassen, mich mit den Dorfkinder auf ein Fussballspiel einzulassen. Schnell wurde ich zur Attraktion und von ueberall hoerte ich die Worte: "Gringo, Gringo".
Am naechsten Tag wurden wir mit tausenden Moskitostichen begruesst, welche uns noch Tage spaeter belaestigten. Trotz Antibrumm, es war nicht moeglich, diese aggressiven Biester von sich fern zu halten. Und sonst stand den ganzen Tag laufen auf dem Programm. Eigentlich haetten es nur 8 Stunden sein sollen, wegen ueberfluteten Fluessen wurden es aber schnell 10 Stunden daraus. Wir folgent einem alten Inca-Trail, welcher nicht immer ganz ungefaehrlich war. Zuerst fuehrte der Weg an legalen Coca-Plantagen vorbei. Die Coco-Pflanze wird schon seit hunderten von Jahren von den Inkas aus religioesen und spirituellen zwecken benutzt. Auch heute wird sie in Peru und Bolivien ueberall verzerrt. Entweder man kaut siel, oder trinkt sie als Tee. Der Import nach Europa ist leider illegal, den man koennte Kokain herstellen. Sandra und ich tranken fast taeglich Coca-Tee oder lutschten taeglich Coca-Bonbons, den die Pflanze half, mit der Hoehe klarzukommen. Wir hatten deswegen nie Probleme damit. Wir sahen andere Gestalten, denen ging es wirklich uebel. Nach ein paar Stunden anstrengendem hinauflaufen machten wir Stopp bei einer Familie auf dem Land. Ich konnte mehrmals einen Blick in eine peruanische Kueche werfen und es sah ueberall ahnlich aus. Die Kueche ist meist ein kleiner Raum, in einer Ecke stehen ein paar Toepfe, von fliessendem Wasser weit und breit keine Spur. Ueberall laufen Tiere umher. Hunde, Katzen (werden beide nicht gegessen), Huehner und natuerlich Meerschweine. Ich als ehemaliger Meerschweinhalter brachte es nicht uebers Herz, diese suessen Tiere zu essen. Zu dem werfen die Einheimischen das schoene Tier samt Augen und Zaehne auf den Grill, so dass es mehr einer toten Ratte gleicht.

Zurueck zum Jungle Trek: Der Weg war teils sehr abenteuerlich und gefaehrlich. Wegen dem starken Regen  waren die Fluesse ueberflutet, die Wege teils nicht mehr passierbar und die Erde voellig aufgelockert. Dies hatte heftige Steinschlage zur Folge, wobei sich Meter grosse Brocken loesten und ein paar Meter vor und hinter uns  auf die Erde prallten.


Die Abende waren stets amuesant. Da man meistens in sehr gewoehnlichen Unterkunften hausten und den Kackerlacken versuchte fern zu bleiben, verbrachte man die Abende mit Fussballspielen, Trinken, Tanzen und Essenn. Die Gruppe schweiste sehr schnell zusammen und man verbrachte Tage nach dem Tripp noch zusammen. Am 25.12. kamen wir auf dem Machu Piccu an und hatten dort oben unsere kleine Weihnachtsfeier. Dank den Feiertagen hatte es wenig Touristen, so dass man problemlos den Berg neben an besteigen konnte (Wayna Piccu). Normalerweise war dies nur den ersten 400 Besucher moeglich. Zu denen gehoerten wir zwar sowieso, denn die ganze Gruppe stand morgens um 04.00 Uhr auf. Der Wayna Piccu bedeutete nochmals eine Stunde sehr steiles hinaufsteigen, doch es hat sich gelohnt, denn von dort oben hatte man eine fantastische aussicht auf den Machu Piccu.




Nach dem viertaegigen Trip erwartete uns der naechste Ausflug in Puno, dieser dauerte aber nur zwei Tage. Puno liegt auf der peruanischen Seite des Titicacasees, dem hoechsten, navigierten See der Welt. Die erste Station waren die "floated Islands", welche sich Mitten auf dem Titicacasee befinden. Auf diesen kuenstlich angelegten Inseln leben die Indios immer noch sehr traditionell. Natuerlich versuchte man den Touristen moeglichst viel Geld zu entlocken und bot allerlei Souvenirs an. Weiter ging es zur Inel "Uru", wo wir auch uebernachteten. Die Uebernachtung war sehr speziell, denn man hauste bei den Einwohner der Insel. Kaum sind wir am Ufer angekommen, wartete die Gastfamilie auf uns und fuehrte uns zur Unterkunft. Die wenigsten Haeuser verfuegten ueber Strom, von fliessendem Wasser war schon gar nicht die Rede. Somit war das Duschen fuer uns ins Wasser gefallen. Wir assen ein vegetarisches Mittagessen, denn es gab auf der Insel praktisch kein Fleisch. Am Abend wurden wir ins Dorfzentrum gefuehrt, eines der wenigen Gebaeude mit Strom, wo eine "Dorfkapelle" spielte und wir in traditionellen Kleidungen tanzten. Am naechsten Tag ging das Inselhopping weiter bis der Trip in Copacabana (Bolivien) endete. Zu dieser Zeit waren in Bolivien maechtige Unruhen ausgebrochen, da sich die Benzinpreise verdoppelt hatten. Ueberall im Land wurde gestreickt,  so dass die Touristen (und natuerlich die Einheimischen) festsassen. In der Hauptstadt kam es sogar zu Auseinandersetztungen und manch Auto oder Gebaeude ging in Flammen auf. In Copa bekam man von de ganzen nicht viel mit, nur dass viele Touristen festsassen und nicht mehr weiterreisen konnten. In dieser winzigen Stadt angekommen, mussten wir zuerst mal schlucken. Peru war fuer uns ja schon guenstig, aber Bolivien uebertraf es noch. Fuer CHF 3-5.- bekam man in einem "besseren" Restaurant sein Abendessen. Copacabana wimmelte von Hippies, die dort gestrandet sind und nicht mehr weiterkamen und jetzt mit Jonglierkuenste und Handarbeiten ihr Geld verdienten. Mit dem Boot machten wir uns zur Isla del Sol auf, auch eine Insel im Titicacasee. Dort trafen wir einen Teil unserer Machu Pichu-Gruppe, mit welcher wir Silvester verbrachten. Die Isla del Sol befindet sich ueber 4000 Meter ueber Merr und als wir da ankamen, mussten wir zuerst eine Stunde den Berg hinauflaufen, mit unserem 20kg Gepaeck. Nach einer halben Stunde spielten wir ernsthaft mit dem Gedanken umzukehren, den die Anstrengung und die Hoehe lagen uns nicht. Doch zum Glueck taten wir es nicht, den die Insel entpuppte sich als Erholungsparadies und das war genau das, was wir brauchten nach den zwei Anstrengenden Trip's. Es gab keine Autos auf der Insel, den als Hauptverkehrsmittel wurden Esel benutzt.


Wir genossen ein paar Tage die Ruhe und ruhten uns an den einsamen Straenden aus, denn die naechste Station war schon La Paz, die Hauptstadt. Alle rieten uns, La Paz schnell hinter uns zu lassen, denn die Stadt bot nicht viel. So verbrachten wir nur einen Tag dort. Aber so schlecht fanden wir sie gar nicht. In La Paz buchten wir eine drei Tages Tour von Uyuni zu den Salzseen, Lagunen mit hunderten Flamingos und am Schluss zu den Geysiren an der Chlineischen Grenze. Ich habe selten so eine atemberaubende Natur wie auf diesem Trip gesehen. Ich denke, die Bilder sagen mehr als tausend Worte.






Der Trp war ohne jeglichen Komfort und war sehr anstrengend. Uebernachtet wurde in 6er Zimmer ohne Strom und nachts wurde es sehr kalt. Am letzten Tag stand man um 4.00 Uhr morgens auf,  um die Geysire zu besichtigen und danach ein Bad in der heissen Quelle zu nehmen. Und das alles auf ueber 5000 Meter. Zum Glueck hatten wir nie grosse Muehe mit der Hoehe.


Zur Seit befinde ich mich im Norden Argentiniens. Sandra ging gestern nach Buenos Aires, von wo sie nach Neuseeland fliegt. Dies wurde von Anfang so geplant, so dass jeder auch die Erfahrung macht, individuell zu reisen. Mein erster Stopp machte ich in Salta. Dieser Ort ist ein kleines Paradies. Hier ist der Sommer eingetroffen und momentan pulsiert die Stadt. Von 12.00 Uhr bis 17.00 Uhr befinden sich die Leute im Park, wo man entweder die Enten im See fuettert, oder im Schatten Fussball spielt. Ab 17.00 Uhr beginnt das Zentrum der Stadt zu leben. Auch unter der Woche sind um 2.00 Uhr morgens mehr Leute Unterwegs, als in Zuerich am Wochenende. In dieser Stadt mit rund 800'000 Einwohner, dem guten Essen und dem guten Wetter laesst es sich sehr gut leben.

Jetzt bin ich Cordoba, angeblich die Kulturhauptstadt von Amerika. Kein Wunder, denn in Cordoba hat es sieben Universitaeten und es wimmelt an jungen Leute. Tags haben wir ueber 37 Grad, was nicht immer angenehm ist. Die Gastfreundschaft in diesem Land ist enorm und machte mich manchmal Sprachlos. Als ich muede von der Nachtfahrt in Cordoba ankam, ruhte ich ein paar Stunden im Hotel aus. Doch das dauerte zum Glueck nicht lange. Mit mir im Gemeinschaftszimmer gastierte noch eine Familie von Santa Fe. Als sie ins Zimmer kamen, stupsten sie mich an: "Hallo, mein Name ist Louis, das ist meine Familie, wir sind hungrig, willst du mitkommen?" Ok, antwortete ich, warum nicht. Dann fuehrten sie mich durch die ganze Stadt, erzaehlten mir viel ueber die Geschichte, immer wieder mal machten wir einen Stopp in einem Museum, oder Kunstausstellung und irgendwann wurde gegessen. Natuerlich durfte ich mein Essen nicht selber bezahlen, das haben die anderen uebernommen. Am Abend fuehrten sie mich zu einer Tangovorstellung, wo die Gaeste mittanzen konnten. Ich habe mit Tango eigentlich nichts am hut und war auch nicht sonderlich interessiert, aber als ich da war, war ich total fasziniert und spiele mit dem Gedanken, ein paar Tango-Lektionen zu nehmen. Um 12.00 Uhr Abends machten wir uns auf den Weg zum Abendessen. Ist hier uebrigens sehr normal. Am naechsten Tag musste sich die Familie leider wieder verabschieden.

Doch ich war nicht lange allein. Momentan wurde ich von einer jungen Argentinierin adopiert. Ich hatte das Glueck, sie in Peru kennenzulernen. Sie hatte damals schon gesagt, dass wenn ich in Cordoba sei, ich bei ihnen gastieren duerfe. Naja, sie spricht fast kein Englisch und ich nicht gut spanisch. Darum war ich am Anfang sehr nervoes und wusste nicht, ob ich mich wirklich melden sollte. Aber als sie mir ein paar Tage, bevor ich in Cordoba ankam nochmals schrieb, nahm ich mit ihr hier Kontakt auf. Und wieder, diese Gastfreundschaft ist enorm. Als erstes als ich in ihrer Wohnung ankam wurde ich mit selbstgemachten Pastas verwoehnt. Danach ging es weiter zu Freunden. Die gehoeren wohl hier alle zur Oberschicht Argentiniens, denn die Villen sind fantastisch und haben alle einen Pool. Hier ist alles ein bisschen unkomplizierter. Man fuehlt sich von Anfang an sehr wohl, obwohl ich muehe habe mit dem Verstehen des speziellen Dialekt von den Cordobaner. Waehrend wir Jungs im Pool mit dem Wasserball herumspielten. genossen die Damen in den sehr knappen Bikinis die Sonne.
Nach dem Badeplausch ging es nach Hause, wo ich mit frischen Crepes verwoehnt wurde. Danach ein paar Stunden ein nickerchen gemacht und weiter an eine Homeparty. Um 03.00 machten wir uns auf den Weg in die Disco. 06.00 assen wir Croissants im Kaffee und um 07.00 war endlich schlafen angesagt. Es war schon ueber 30ig Grad warm. Es war mir total unangenehm, denn die Gastgeber bezahlten praktisch alles fuer mich.

Heute war wieder bei einem anderen Freund BBQ und Badeplausch am Pool angesagt.

 Ich glaube, hier werde ich noch einige Tage bleiben, bevor es mich nach Uruguay ans Meer zieht. Dort werde ich ein paar andere Bekannte besuchen und mich ein bisschen erholen. Die Reisemuedigkeit ist bei mir eingetroffen.