Dienstag, 21. Dezember 2010

Ecuador - Peru



Nach den Galapagos ging es weiter ins Landesinnere von Ecuador. In vielen Hinsichten erinnert mich das Land an die Schweiz. Alles ist sehr grün und bergig. Auch die Leute sind den Schweizer sehr ähnlich. Sie lieben gute Schokolade, sind sehr (!) pünktlich, und eher zurückhaltend, aber freundlich. Unseren ersten Stopp machten wir in Baños, einem kleinen Städtchen auf 1800m. Irgendwie erinnert es mich ans Glarnerland. Baños wurde schon mehrmals vom nahe gelegenen Vulkan Tungurahua zerstört und im Reiseführer steht, dass es nicht ungefährlich in dieser Gegend sei und man sich vorher über Gefahren informieren sollte. Wie es der Zufall wollte, begann der Vulkan genau an dem Tag aktiv zu werden, als wir dort ankamen. Wir waren sofort von dieser Urgewalt fasziniert und machten uns zu Fuss näher an den Vulkan heran. Der Trekkingweg führte durch Junglegebiet und ging sehr steil den Berg hinauf. Nach 3 Stunden haben wir 1000m Höhenunterschied hinter uns gelassen und konnten das Brummen und Vibrieren des Vulkanes richtig wahrnehmen. Einheimische sagten uns, dass es nachts noch viel spannender sei und man ein Feuerwerk an Lava sehen kann. So machten wur uns um 7 Uhr abends, aber diesmal mit dem Taxi, auf den Weg zu einer Hütte wo wir das Spektakel bewundern konnten. Und es war wirklich gigantisch. Kleinere und grössere Explosionen ließen das Lava rechts und links am Berg herunter fliessen. Leider wurde mir ein paar Tage drauf die Kamera gestohlen, somit habe ich keine Fotos mehr davon (Die Schattenseiten an Südamerika). Wir hatten riesen Glück, so ein Vulkanausbruch erleben zu dürfen. Baños bietet auch sonst viel. Adventure Trips, Rafting usw. Wir mieteten ein Tag Fahrräder und fuhren den Rio Verde entlang, wo wir immer wieder ein paar Stopps einlegten und uns bei den vielen Wasserfällen abkühlten. Auch hier haben wir keine Fotos mehr. Am letzten Tag in Baños fand eine Volkszählung statt. Das hieß für alle Einwohner und Touristen eine Ausgangssperre von 7.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Zum Abschluss gönnten wir uns ein Abendessen im Schweizer Bistro: Fondue Bourginouise. Ja, manchmal vermissen wir das Schweizer Essen.

Die Busgesellschaften in Ecuador sind nicht zu vergleichen mit Peru oder Mexico. Vom Komfort und von den Verbindungen. So kam es, dass wir an einem der unzähligen Busterminals beim umsteigen auf eine andere Linie, zum Opfer von Trickdieben wurden. Das Ärgerliche war, dass die mit den Angestellten (Chauffeur etc.) zusammenarbeiteten und wir denen trauten. Auch die Polizei war nicht gross interessiert am Geschehen. Die waren damit beschäftigt, mit ihren Maschinengewehren und Sonnenbrille, einen auf John Wayne zu machen. Naja, wir leben noch und das ist das Wichtigste. Mein I-Phone, Kamera etc. wird mir die Versicherung ersetzen.

Ach ja, die Pässe…. Die kamen uns auch noch weg. So mussten wir vom Süden wieder in den Norden in die Hauptstadt zurückkehren zur Schweizer Botschaft. Da fühlte man sich wie zu Hause, als die ältere Dame sagte “Au nei, Sie wend dä Pass am Morge ha? Da goht nid, am Morge mach ich Visa, am Mittag chömed Päss dra. Do mue mä sich konzentriere”
Auch die Propaganda zur Ausschaffungsinitiative sind mir aufgefallen. Wusste nicht, das die SVP so gut vertreten ist im Ausland. Ein guter Spruch, welcher für ganz Südamerika zutrifft sagte sie aber noch: “90 Prozent der Leute sind sehr freundlich und Hilfsbereit, die restlichen 10 Prozent können dir das Leben zur Hölle machen!”




Nach dem ganzen Trouble waren wir froh, langsam nach Peru zu kommen. In der 11-stündigen Fahrt wurden die Berge immer kleiner und die Landschaft immer trockener, bis man sich mitten in der peruanischen Wüste befand. Ecuador und Peru befanden sich vor 15 Jahren im Krieg, so dass es heute noch an Mienen wimmelt in der Wüste. Jeder der die Strasse für ein paar Meter verliess, begab sich in Lebensgefahr.
Der Lebensstandart in Peru ist einiges tiefer als in Ecuador, dafür ist das Leben auch einiges günstiger. Für umgerechnet CHF 15 isst man zu zweit ein gutes Abendessen im Restaurant. Und in noch etwas unterscheidet sich Peru von Ecuador. Die Leute. Die Peruaner haben keine Berührungsängste und sind sehr herzlich. Egal wo man ist, überall wird man angesprochen und kommt mit den Leuten in Kontakt. So auch in Huancacho, einem kleinen Fischerdorf am Meer neben der Stadt Trujillo. Als wir da ankamen, wussten wir sofort, dass wir hier länger bleiben werden. In diesem kleinen Dorf sind viele Gestalten hängen geblieben. Jeden Abend bei Sonnenuntergang war am meisten los. Während die Fischer langsam den Arbeitstag beendeten, testeten die Surfer die hohen Wellen bis es dunkel wurde, während die Hippies am Strand die Gitarren auspackten und den ein oder andere Joint rauchten. Unter der Woche war das Dorf ausgestorben, doch am Wochenende entwickelte es sich zu einer Partylocation. Von den nahe liegenden Städten strömten die Leute an den Strand. Während sich die Chicas in den sehr knappen Bikinis in der Sonne bräunten, spielten die Jungs Fussball oder waren am surfen. Eine Familie war neben uns am Volleyball spielen. Es ging nicht lange, bis jemand uns fragte, ob wir mitspielen wollten. Natürlich spielten wir mit, alles andere wäre unhöflich gewesen. Irgendwie stimmte die Chemie von Anfang an und wir hatten ein riesen Fest. Nach dem Spiel wollten Sie uns unbedingt ein Museum zeigen. Gingen wir natürlich auch mit. Doch leider war das Museum geschlossen. Das machte aber nichts in Peru. Man poldert so lange an die Tür, bis der Wärter nachgibt und uns eine Privatführung anbietet. Als wäre das nicht schon genug Gastfreundschaft gewesen, nahmen Sie uns am Abend zu einer Tanzvorstellung mit. Es war eine Mischung von Tanzlokal und Restaurant. Eine Liveband spielte den ganzen Abend, zwischendurch gab es kleine Tanzeinlagen von professionellen Tänzer und sonst tanzten die Gäste was das Zeug hielt. Ich war geschockt. Beim ersten Klang der Musik rannten die Leute auf die Tanzfläche und machten mit. In der Schweiz ist dies ein Prozess der Stunden dauert, zudem war es erst etwa 21 Uhr. Natürlich wurde von uns verlangt mitzutanzen. Ah, ich war noch 100 Prozent nüchtern. Und wenn man auf die Tanzfläche sah, waren überall Profitänzer zu sichten. Die Leute kommen hier mit dieser Gabe zur Welt. Naja, was solls, dachte ich, bin ja im Urlaub. Auf der Tanzfläche bereute ich meinen Entscheid. Die Peruaner sind ein kleines Volk und ich war ein Kopf größer als alle anderen und bemerkte, dass 1000 Augen auf mich gerichtet waren. Wir waren die einzigen Touristen dort und immer wieder hörte ich ein herzliches “Gringo”. Ich wusste, die meinen wohl uns. Nach der Tanzeinlage kam sogar der Moderator mit dem Mikrofon zu mir und ich durfte allen Leuten erklären, dass wir von der Schweiz kommen. In diesem Moment wurde ich zu einer roten Discobeleuchtung. Ich wusste was zu tun ist, mich zu betrinken. Und die Peruaner konnten das genau so gut wie wir. Ich habe aufgehört die fast 2 Liter Bierkrüge zu zählen, aber es waren unzählige. Morgens um 4 Uhr verließen wir das Tanzlokal und machten uns auf den Heimweg. Im Gegensatz zu unseren Gastgebern mussten wir am nächsten Tag nicht arbeiten. In Peru arbeitet man Samstag Morgen. Am nächsten Tag besuchten wir Sie bei der Arbeit und sahen in viele müden Augen. Dies war auch der Augenblick, dass wir uns verabschieden mussten, was uns nicht leicht fiel.







In Huancacho versuchten wir uns auch als Surfer, was uns definitiv nicht leicht fiel. Es ist ziemlich anstrengend und braucht viel Übung, bis man nur aufstehen kann. Aber es hat uns Spass gemacht und werden es bestimmt ein weiteres Mal versuchen. Auch eine spanisch Lektion haben wir genommen und der hat uns extrem viel Neues beigebracht in kurzer Zeit.



Der nächste Stopp machten wir in Lima, der Hauptstadt von Peru. Von der riesigen Stadt, mit dem noch grösseren Verkehrschaos, hört man auch viele furchterregende Geschichten. Aus diesem Grund entschieden wir uns, dass wir in Miraflores, dem wohlhabendsten Gebiet unterkamen. Miraflores war sehr schön und wirkte europäisch, war dementsprechend etwas teuerer. Trotzdem tat es gut, sich wieder einmal wie in der Zivilisation zu fühlen. Von Lima aus ging es weiter in den Süden nach Ica. Dort befindet sich die kleine Oasenstadt Huacachina mitten in der Sandwüste. Für Touristen gemacht, aber total ausgestorben. Das Dorf ist für die riesigen Sanddünen bekannt und man fühlte sich wie in der Sahara. Speziell am Abend war die Stimmung atemberaubend. Auf den riesigen Dünen konnte man den Sonnenuntergang geniessen und beobachten, wie einzelne Sterne am Himmel erschienen. Tags darauf machten wir nachmittags eine Buggy-Tour mit anschliessendem Sandboarden. Die Tour mit dem Buggy war wie eine Achterbahnfahrt und manchmal ist uns der Schrei im Hals stecken geblieben. Das Sandboarden hat sich als schwieriger erwiesen wie wir es gedacht haben. Auch Profi-Snowboarder hatten ihre Mühe.



Unsere Tage hier in Peru neigen sich noch lange nicht dem Ende zu. Bald geht es nach Cusco in die Berge. Jungle Trekking und Machu Picchu stehen auf dem Programm. Bis jetzt kam das Weihnachtsfeeling nicht auf, naja, nur der Song Feliz Navidad (http://www.youtube.com/watch?v=ihW56Xa3XGQ) haben wir langsam gehört. Mal schauen was uns in Cusco erwartet, die Regenzeit beginnt dort.

Sonntag, 28. November 2010

Quito - Galapagos

Jump! - Golden Beach
Knapp unterhalb der Wolkendecke befindet sich die Landebahn von Quito, Ecuador. Kein Wunder, Quito befindet sich auch auf 2800 Meter und ist umgeben von riesigen Bergen. Man hat das Gefühl, die Stadt befindet sich in den Wolken. Quito, mit rund 2 Mio. Einwohnern, begrüsste uns mit heftigen Regengüssen. Wir nutzten die Zeit, um uns in der gemütlichen Unterkunft zu entspannen. Das "Casa Helbling" wurde von Schweizern gegründet und überal wird auch Deutsch gesprochen. Wir fühlten uns sofort wie zu Hause.

Die Stadt Quito gehört angeblich zu den schönsten Städten Südamerikas, vielleicht lag es am Wetter, wir waren nicht sonderlich begeistert. Ecuador hat vor ein paar Jahren als Währung den USD eingeführt, was ich bis zur Ankunft nicht wusste. Haupteinnahmequelle ist das Erdöl, für welches extrem viel Regenwald abgeholt wurde. Fast jährlich wird hier in Ecuador der Präsident gestürzt. So war es nicht verwunderlich das man beim Spazieren in der Stadt auf Demonstrationen stiess.

Tausend Kilometer westlich von Südamerika befinden sich die Galapagos-Inseln. Die Insel-Gruppe besteht aus 14 grösseren Inseln und 100 winzigen. Die meisten Inseln stehen unter Naturschutz und sind nicht bewohnt. Diese darf man auch nur mit einem Guide betreten und es ist nicht erlaubt, vom gekennzeichneten Weg abzukommen. Tiere und Pflanzen dürfen nicht berührt werden. Von der Schweiz aus buchten wir eine 8-tägige Kreuzfahrt, zugegeben diese hatten wir uns anders vorgestellt. Wir dachten an Sonne, Erholung, Strand und Meer. Was uns erwartete, war ein vollgepacktes Programm, Adventures und wenig Schlaf. Aber es lohnte sich, Galapagos war definitiv eines unserer Highlights.

Schnorcheln vom Dinghy

Seelöwen-Attacke
Am ersten Tag erkundeten wir die Hauptinsel Santa Cruz zu Fuss und mit dem Auto. Santa Cruz ist die einzige "zivilisierte Insel" und 20'000 Menschen leben mitlerweile dort. Diese Insel hätte vom Flair und dem Klima auch irgendwo in der Karibik sein können. Am Abend ging es weiter zu unserem Schiff, welches vor der Küste ankerte. Die "Encantada" hatte Platz für 12 Touristen, 5 Besatzungskräfte und dem Guide. Auf dem Schiff war der Platz so knapp bemessen, das wir zu zweit in unsere Kabine nicht stehen konnten. Kurz nach dem Essen machte der Kapitän das Schiff zur Fahrt bereit. Hätte mir jemand vorher ein Video von so einer Fahrt gezeigt, ich hätte mit 2x überlegt, auf das Schiff zu gehen. Der Seegang war von zwei Faktoren abhängig, Geschwindigkeit des Schiffes und der Stärke des Wellenganges. Ersteres betrug nachts um die 60 Stundenkilomenter. Zweiteres war in den ersten drei Tagen eher wild. Es hat nachts so stark geschaukelt, dass wir beinahe aus dem Bett fielen. Links, rechts, vorne, hinten.... Schlafen war wenn überhaupt nur auf dem Rücken möglich. Der nächtliche Toilettengang hatte viele blaue Flecken zur Folge. Man fiel fast von der Schüssel ;-) Die Encantada liess die meiste Strecke nachts hinter sich. Zudem war der Motor des Schiffes extrem laut. "Let's begin the Heavy Metal Concert" scherzte die Crew jeden Abend. Zum Glück war ich noch in einer Apotheke und bekam eine Mischung aus Schlaftabletten und Seekrankheitsmittel verabreicht. Ich vermute in Europa würden die Pillen unter Drogen gehen, aber ich hätte es ohne diese nicht ausgehaltet. So kam ich nachts immerhin ein bisschen zu Schlaf. Am nächsten Morgen beim Frühstück, schon um 7 Uhr, sah ich in viele müden Augen. Fast niemand hatte ein Auge zugetan.

Die Encantada - unser Zuhause

Und noch etwas, was wir uns anders vorgestellt haben, zum Thema Sonne, Strand, Erholung und Meer. Täglich gingen wir 1-2 mal schnorcheln. Inzwischen hatten wir sowieso viel Übung darin. Bevor wir auf Galapagos gingen, machte mich Sandra darauf aufmerksam, dass es dort Pinguine gibt. "Hmm.... komisch", dachte ich, die gibt es doch nur in kalten Regionen. Als wir das erste Mal ins Wasser gingen, wusste ich auch, was die Pinguine dort machten. Als Schaffhauser ist man das kalte Rheinwasser gewöhnt. Galapagos übertrifft dieses bei Weitem und auch der Schwimmanzug war keine grosse Hilfe.





Und trotzdem es hat sich gelohnt. Am ersten Tag auf See umkreisten Orca Wale unser Boot. Wir gingen sofort mit dem kleinen Motorboot - Dinghy etwas näher zu Ihnen heran. Zum berühren waren 2 ausgewachsene Orcas mit 2 Jungen, auf der Suche nach Seelöwen und Schildkröten. Orcas sind extrem selten zu sichten in Galapagos, wir hatten unglaubliches Glück und es war ein faszinierendes Erlebnis.


Orca
Blue Foot Booby

Turtle

Frigate

Baby-Seelion
Iguana

Pingu

Auch sonst war jeder Schnorcheltrip ein riesiges Ereignis, manchmal auch sehr anspruchsvoll und anstrengend. Man schnorchelte selten von der Küste aus, sondern oft vom Dinghy. Unbeschreiblich, was wir alles erlebten. Ab und zu trafen wir auf riese Manta-, Stachel- und Adlerrochen, welche majestätisch an uns vorbei glitten. Man hätte stundenlang denen nach schwimmen können. Auch die 1,20m grossen Seeturtels lösten bei uns jedes Mal Begeisterung aus, wenn man mit den gemütlichen Tieren in Kontakt kamen.

Manta

shark


In Galapagos ist die Tierwelt anders als sonst wo. Überal auf den Pfaden tumeln sich Tiere, seien es Seelöwen, Iguane oder Vögel. Hier macht der Mensch den Tieren Platz, nicht umgekehrt. Da es nicht erlaubt ist, die Tiere anzufassen, kommen diese auch näher als anderswo und man sieht somit auch mehr.

Iguana

Um unser Boot schwammen immer wieder mal Haie und das Wasser war so klar, dass wir Sie gut sahen. Auf Galapagos hat noch nie ein Hai ein Mensch angegriffen. Und trotzdem, als wir beim schnorcheln auf ein fast 2 m grossen Hai trafen, ging in uns emotionell alles drunter und drüber. Teils Faszination, teils Angst. Doch der Hai zeigte wenig Interesse und schwamm gemütlich weiter. Bis zum Schluss sind wir auf einige Haie gestossen, wie auch Tintenfische und sonstige Gestalten welche sich im Ozean herum tummeln.




Eule

Die Inseln waren so abwechslungsreich wie das Wetter, dieses konnte sich stündlich ändern - nur geregnet hat es selten. Morgens war es meistens sehr frisch, Mittags konnte es sehr heiss sein, manchmal blieb es aber auch bewölkt. Die Insel unterschieden sich extrem, Grund dafür ist unteranderem deren "Alter". Die jüngste Insel ist 500'000 Jahre alt, die älteste 2 Mio. Jahre alt. Charles Darwin, einer der berühmtesten "Galapagos-Wissenschaftler" entwickelte hier seine Evolutions-Theorie und war fasziniert von deren Artenvielfalt. Obwohl die Inseln nahe beinahe liegen, unterscheidet sich die Tier- und Pflanzenwelt extrem. Die ganze Landschaften waren so unterschiedlich, nicht immer schön, manchmal wie auf dem Mond. Alles jedoch sehr beeindruckend.









Ich habe in einer Woche Galapagos 700 Bilder geschossen - ich weiss gar nicht was ich alles noch schreiben soll, dann wäre ich morgens noch dran. Somit ist es mir diesmal extrem schwer gefallen, mich hier auf wenige Bilder zu beschränken.

red Beach

Donnerstag, 11. November 2010

Mainland Mexico



Mit reichlich Verspätung, nach 16 Uhr, verliess die Fähre den Hafen von La Paz in Richtung mexikanisches Festland. Ungefähr 6 Stunden benötigt das grosse Schiff für die Strecke. Nach dem romantischen Sonnenuntergang verblasste schnell die Anfangseuphorie und die Fahrt stellte sich als langweiliges Dahintreiben heraus. Die Ticketpreise waren mit 80 USD für mexikanische Verhältnisse sehr hoch. Trotzdem war es erstaunlich, dass wir auf dem Schiff die einzigen Touristen waren. Die vielen Mexikaner genossen die Fahrt, indem sie das machten, was sie am besten konnten: Tequilla trinken und lautstark Karaoke singen.



Um 22.30 Uhr erreichten wir die Hafenstadt Topolobampo. Unser Ziel war die unheimliche Stadt Los Mochis, darum sprangen wir ins nächste Taxi, das uns nach einer halbstündigen Fahrt in einem Motel unterbrachte. Nach 4-stündigem Schlaf machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Von Los Mochis aus gibt es eine der schönsten Zugfahrten der Welt, welche sich in einer 15-stündigen Fahrt durch den Kupfercanyon nach Chihuahua schlängelt. Der Kupfercanyon ist grösser als der Grand Canyon und die Fahrt im "el chepe", wie der Zug liebevoll genannt wird, führt durch zahlreiche Tunnel und über dutzende Brücken. Nach 10-stündiger Fahrt machten wir in Creel einen 2-tägigen Stopp. Unterdessen hat der Zug 2400 Meter Höhenunterschied überwunden und nachts sinken die Temperaturen fast auf den Gefrierpunkt, während tagsdurch 27 Grad warm ist. Creel liegt im Gebiet der Tarahumara-Indianer, welche noch sehr traditionell und unter sich weilen. Die meisten leben vom Verkauf der handgefertigten Schmuckstücken. Von dem kleinen Dorf aus machten wir Ausflüge in den Canyon, badeten in heissen Quellen und genossen die Bergluft.





Nach Creel ging die Zugfahrt weiter nach Chihuahua. Am besten genoss man die Fahrt in den Zwischenräumen der einzelnen Wagons, wo einem der Wind ins Gesicht bläst und das "on the road" Feeling aufkommt. Stundenlang kann man sich dort aufhalten und beobachten, wie sich langsam die Landschaft verändert, von Langeweile weit und breit keine Spur.



Spätabends kamen wir in Chihuahua, einer mittelgrossen Stadt an. Als wir dann von einem Taxi in ein überteuertes Hotel kutschiert wurden, machte man uns überal darauf aufmerksam, dass man nachts nicht in der Stadt herumlaufen soll, denn es sei viel zu gefährlich. In der Hotelrezeption teilten wir mit, dass wir hungrig sind, so wurde uns das Essen aufs Zimmer geliefert. Da die Stadt neben ein paar schönen, historischen Gebäuden nicht viel zu bieten hatte, wollten wir uns schnell auf den Weiterweg machen. Nur wussten wir nicht recht wohin. In La Paz haben wir ein Paar kennengelernt, welches in Mexico City wohnten, und die empfahlen uns, mindestens 4 bis 5 Tage dort zu bleiben. Sie gaben uns wertvolle Tipps und Sehenswürdigkeiten auf den Weg. Da die Busfahrt nach Mexico City ca. 30 Stunden dauert, entschieden wir uns spontan für einen Innlandflug.


Wenn man im Landeanflug auf die grösste Stadt der Welt ist, kommt ein mulmiges Gefühl auf. Immer wieder hört man in Mexico Schauermärchen über die Hauptstadt. Man soll keine Wertsachen mit sich tragen, nicht viel Geld etc. und trotzdem, viele welche die Stadt kennen, lieben sie. Umgerechnet 25 Rappen kostet eine Fahrt mit der Metro und man könnte stundenlang darin verweilen. Erstaunlich war die hilfsbereitschaft der Leute, wenn zwei ahnungslose Gringos in der Gegend herumstehen und so wurden wir sehr freundlich in das Zentrum der Stadt gelotst. Dies ist man sich von Grossstädten nicht gewohnt. Von einem günstigen Hostel aus machten wir uns auf die Erkundungstour. Am Anfang warten wir schon mit der Grösse der Stadt überfordert, aber man findet sich schnell zurecht. Vor allem wie die Leute leben, ist faszinierend. Jeder verdient auf unglaublich kreativer Weise sein Geld  und versucht dabei nicht seinen Spass zu verlieren. Während man in amerikanischen Grossstädten viele Obdachlose sieht,  ist uns in Mexico City keiner über den Weg gelaufen. Kulturell bietet die Stadt sehr viel. So stösst man mitten in der Stadt auf alte Ruinen der Maya's. Wenn man sich speziell für Geschichte interessiert, muss man das Museo de Antropologia besuchen, dass bedeutenste Museum wenn es um die Geschichte der Maya's geht. 1,5 Stunden von der Hauptstadt entfernt ist die Ruinenstadt Teotihuacan, welches zu den Höhepunkten gehörte. Die riesige Sonnenpyramide mussten wir unbedingt erklingen.





Während ich diese Zeilen schreibe, geniess ich den Sonnenuntergang in Acapulco. Die Stadt ist am Wochenende vollgestopft mit mexikanischen Touristen und während der Woche sind die Hotelanlagen ausgestorben. Im Dezember werden die Massen von amerikanischen Touristen ankommen. Wir geniessen hier die letzten Tage von Mexico, und danach geht es in einer 5-stündigen Fahrt wieder zur Hauptstadt, von wo wir ein paar Tage später über Kolumbien nach Ecuador fliegen. Das Endziel sind die Galapagos-Inseln. Acapulco ist eine lebhafte, für den Tourismus gemachte Stadt. Verallem die berühmten Klippenspringer haben uns nachts mit Ihrer Show imponiert.