Donnerstag, 11. November 2010

Mainland Mexico



Mit reichlich Verspätung, nach 16 Uhr, verliess die Fähre den Hafen von La Paz in Richtung mexikanisches Festland. Ungefähr 6 Stunden benötigt das grosse Schiff für die Strecke. Nach dem romantischen Sonnenuntergang verblasste schnell die Anfangseuphorie und die Fahrt stellte sich als langweiliges Dahintreiben heraus. Die Ticketpreise waren mit 80 USD für mexikanische Verhältnisse sehr hoch. Trotzdem war es erstaunlich, dass wir auf dem Schiff die einzigen Touristen waren. Die vielen Mexikaner genossen die Fahrt, indem sie das machten, was sie am besten konnten: Tequilla trinken und lautstark Karaoke singen.



Um 22.30 Uhr erreichten wir die Hafenstadt Topolobampo. Unser Ziel war die unheimliche Stadt Los Mochis, darum sprangen wir ins nächste Taxi, das uns nach einer halbstündigen Fahrt in einem Motel unterbrachte. Nach 4-stündigem Schlaf machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Von Los Mochis aus gibt es eine der schönsten Zugfahrten der Welt, welche sich in einer 15-stündigen Fahrt durch den Kupfercanyon nach Chihuahua schlängelt. Der Kupfercanyon ist grösser als der Grand Canyon und die Fahrt im "el chepe", wie der Zug liebevoll genannt wird, führt durch zahlreiche Tunnel und über dutzende Brücken. Nach 10-stündiger Fahrt machten wir in Creel einen 2-tägigen Stopp. Unterdessen hat der Zug 2400 Meter Höhenunterschied überwunden und nachts sinken die Temperaturen fast auf den Gefrierpunkt, während tagsdurch 27 Grad warm ist. Creel liegt im Gebiet der Tarahumara-Indianer, welche noch sehr traditionell und unter sich weilen. Die meisten leben vom Verkauf der handgefertigten Schmuckstücken. Von dem kleinen Dorf aus machten wir Ausflüge in den Canyon, badeten in heissen Quellen und genossen die Bergluft.





Nach Creel ging die Zugfahrt weiter nach Chihuahua. Am besten genoss man die Fahrt in den Zwischenräumen der einzelnen Wagons, wo einem der Wind ins Gesicht bläst und das "on the road" Feeling aufkommt. Stundenlang kann man sich dort aufhalten und beobachten, wie sich langsam die Landschaft verändert, von Langeweile weit und breit keine Spur.



Spätabends kamen wir in Chihuahua, einer mittelgrossen Stadt an. Als wir dann von einem Taxi in ein überteuertes Hotel kutschiert wurden, machte man uns überal darauf aufmerksam, dass man nachts nicht in der Stadt herumlaufen soll, denn es sei viel zu gefährlich. In der Hotelrezeption teilten wir mit, dass wir hungrig sind, so wurde uns das Essen aufs Zimmer geliefert. Da die Stadt neben ein paar schönen, historischen Gebäuden nicht viel zu bieten hatte, wollten wir uns schnell auf den Weiterweg machen. Nur wussten wir nicht recht wohin. In La Paz haben wir ein Paar kennengelernt, welches in Mexico City wohnten, und die empfahlen uns, mindestens 4 bis 5 Tage dort zu bleiben. Sie gaben uns wertvolle Tipps und Sehenswürdigkeiten auf den Weg. Da die Busfahrt nach Mexico City ca. 30 Stunden dauert, entschieden wir uns spontan für einen Innlandflug.


Wenn man im Landeanflug auf die grösste Stadt der Welt ist, kommt ein mulmiges Gefühl auf. Immer wieder hört man in Mexico Schauermärchen über die Hauptstadt. Man soll keine Wertsachen mit sich tragen, nicht viel Geld etc. und trotzdem, viele welche die Stadt kennen, lieben sie. Umgerechnet 25 Rappen kostet eine Fahrt mit der Metro und man könnte stundenlang darin verweilen. Erstaunlich war die hilfsbereitschaft der Leute, wenn zwei ahnungslose Gringos in der Gegend herumstehen und so wurden wir sehr freundlich in das Zentrum der Stadt gelotst. Dies ist man sich von Grossstädten nicht gewohnt. Von einem günstigen Hostel aus machten wir uns auf die Erkundungstour. Am Anfang warten wir schon mit der Grösse der Stadt überfordert, aber man findet sich schnell zurecht. Vor allem wie die Leute leben, ist faszinierend. Jeder verdient auf unglaublich kreativer Weise sein Geld  und versucht dabei nicht seinen Spass zu verlieren. Während man in amerikanischen Grossstädten viele Obdachlose sieht,  ist uns in Mexico City keiner über den Weg gelaufen. Kulturell bietet die Stadt sehr viel. So stösst man mitten in der Stadt auf alte Ruinen der Maya's. Wenn man sich speziell für Geschichte interessiert, muss man das Museo de Antropologia besuchen, dass bedeutenste Museum wenn es um die Geschichte der Maya's geht. 1,5 Stunden von der Hauptstadt entfernt ist die Ruinenstadt Teotihuacan, welches zu den Höhepunkten gehörte. Die riesige Sonnenpyramide mussten wir unbedingt erklingen.





Während ich diese Zeilen schreibe, geniess ich den Sonnenuntergang in Acapulco. Die Stadt ist am Wochenende vollgestopft mit mexikanischen Touristen und während der Woche sind die Hotelanlagen ausgestorben. Im Dezember werden die Massen von amerikanischen Touristen ankommen. Wir geniessen hier die letzten Tage von Mexico, und danach geht es in einer 5-stündigen Fahrt wieder zur Hauptstadt, von wo wir ein paar Tage später über Kolumbien nach Ecuador fliegen. Das Endziel sind die Galapagos-Inseln. Acapulco ist eine lebhafte, für den Tourismus gemachte Stadt. Verallem die berühmten Klippenspringer haben uns nachts mit Ihrer Show imponiert.



1 Kommentar: