Sonntag, 17. Juli 2011
Buenos F....... Aires
Dieser Eintrag wird wohl einer meiner letzten sein, denn bald neigt sich meine Reise dem Ende zu. Nur noch ein zweiwoechiger Aufenthalt in Thailand steht auf meinem Reiseplan, bevor ich mich wieder der lieben Schweiz und dem Ernt des Leben zu wenden darf.
Ende April machte ich mich vom heissen Autralien auf den Weg nach Buenos Aires, wo bald der Winter einbrach. Bs As kannte ich bereits schon von meinem ersten Suedamerika aufenthalt und ich freute mich, dass ich bald viele meiner alten Bekannten besuchen durfte. Meine Unterkunft befand sich mitten im Zentrum der Stadt und von meinem Balkon konnte ich direktauf das schoene Kongressgebaeude schauen. Wenn ich da oben stand,fuehlte ich mich jedesmal in die glorreichen Zeiten Argentiniens versetzt, wo reiche Adelsleute das Treiben der Stadt bestimmten. Vor ein, zwei hundert Jahren gehoerte Argentinien zu den reichsten Laender der Welt und noch heute kann man die einstmalige Pracht in den architektonischen Meisterwerken bestaunen. Doch vieles aenderte sich im Jahre 2000, als das ganze Land einen Staatsbankrott durchmachte und die Regierung alle (!) Konti einfrieren liess, sowie einen mehrtaegigen Aussgehverbot verhaengte. So verwundert es einen nicht, dass ehemalige Banker und Politiker heute als Taxifahrer aribeiten muessen. Argentinien hat eine bewegte Geschichte, die vor alem durch die Militaerdiktatur beeinflusst wurde. In den 70er Jahren nahm diese den "ungehorsamen" Familien die Kinder weg und steckten diese in andere Familien. So bietet die Regierung noch heute fuer gewisse Jahrgaenge kostenlose DNA Tests an, wo die heute erwachsenen Kinder ihre Eltern suchen koennen und immer wieder werden auch welche gefunden.
So, genug Geschichtsstunde. Wieder zu mir.Die Argentinier lieben es zu protestieren und taeglich ab 9.00 Uhr morgen beginnt direkt vor meiner Haustuere der Laerm. Meistens sind diese Proteste friedlich. Meistens. Einmal befand ich mich in einer Meute maskierter Maenner mit Eisenstangen bewaffnet. Ich habe mich selten so schnell rennen sehen.
Buenos Aires lebt. Es gibt immer etwas zum Unternehmen und die Leute hier lieben das Leben, die Liebe und das gute Essen.Wie ich uebrigens auch. Und sonst dreht sich alles ums Nachtleben. Es gibt kein (!) Tag, wo man nicht bis morgens 7.00 Uhr feiern kann. So wurde sogar der Montag zum Ausgehtag gemacht. Dieser Rhythmus kann man nicht lange mitmachen und irgendwannwar praktisch die ganze Residence krank ohne Geld vorzufinden.
Mit der Zeit kehrte aber auch bei mir der Alltag ein und man begann nach so vielen Monaten das ein oder andere in der Schweiz zu vermissen. Naja, ich hatte auch meine kleinen Krisen hier. Nicht, dass ich hier keine Freunde hatte, nein ganz im Gegenteil, ich hatte viele gute Personen kennengelernt und vor allem mit Takamasa aus Japan und spaeter dann Philip aus Deutschand hatte ich eine super Zeit. Zudem kam Andres, mein Freund aus Chile, zu einem kurzen Besuch vorbei und spaeter auch Paolo und Tansu, mit welchen ich eine hammer Zeit hatte.
Mit Paolo machte ich mich nach Cordoba um dort Loli und ihre Freundinnen zu besuchen, mit denen ich eine super Zeit im Januar hatte. Auch dieses mal sollte es nicht anders werden und gegen Ende wollten uns die vielen Damen nicht mehr gehen lassen. Kein Wunder, Paolo und ich haben unsere Kochkuenste zum besten gegeben und liebe geht bekanntlich durch den Magen "Scherz"
Mit Tansu, Philip, Taka, Tefi und Lara machte ich mich auf den Weg nach Iguazu, den grossen Wasserfaellen. Aber zuerst genossen wir in allen zuegen das Nachtleben. Nach fast einem Jahr hatten Tansu und ich vieles nachzuholen. Und nach naechtelangem durchfeiern machten wir uns dann in einer 18 stuendigen Busfahrt an die Grenze von Brasilien, Argentinien und Paraguay auf den weg.
Wie so viele male sitze ich auf einer Bank im Park des Kongresses und geniesse die Sonnenstrahlen. Seit ich hier in Argentinien bin hat es ca. viermal geregnet. Buenos Aires ist eine sehr sonnige Stadt, es kann aber auch saukalt werden. Schweren Herzen verabschiede ich mich von dieser chaotischen, aber sehr reizenden Stadt. Eines habe ich hier gelernt. Man muss nicht viel Geld und Statussymbole haben um das Leben geniessen zu koennen. So viel Lebensfreude habe ich selten an einem Ort gesehen
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